Warum ein KI-Forscher und Neurowissenschaftler zu Buchinger kam, um sein Gehirn neu zu programmieren
Benjamin Bargetzi bewegt sich beruflich an der faszinierenden Schnittstelle zwischen menschlicher Biologie und künstlicher Intelligenz. Nach seinem Studium der Neurowissenschaften und Psychologie wandte er sich der künstlichen Intelligenz und dem maschinellen Lernen zu – mit dem Ziel, sowohl das menschliche als auch das maschinelle Gehirn besser zu verstehen.
Doch trotz seines tiefen Verständnisses für die Funktionsweise des menschlichen Geistes begannen die Anforderungen des modernen Lebens, seine gesunden Routinen zunehmend zu beeinträchtigen. Der Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens, häufiges Reisen und die permanente digitale Erreichbarkeit hinterließen ihre Spuren. Deshalb kam er zu Buchinger Wilhelmi, um einen umfassenden Neustart zu erleben.
Dabei ging es ihm nicht allein um den Verzicht auf Nahrung. Er wollte sich bewusst aus der digitalen Welt zurückziehen und seinem Körper und Gehirn eine tiefgreifende physische und kognitive Auszeit ermöglichen.
Was er über Langlebigkeit, Stress und die Bedeutung der Stille gelernt hat, lesen Sie hier.

Die doppelte Entgiftung: Fasten für Körper und Gehirn
Für Benjamin war das Fasten bei Buchinger Wilhelmi mit einem vollständigen digitalen Rückzug verbunden. Bereits am ersten Tag gab er Smartphone und Laptop ab und war damit vollständig offline.
In der modernen Welt werden unsere Dopaminsysteme permanent durch schnelle Reize, kurze Nachrichten und Zucker überstimuliert. Benjamin erkannte, dass echte Heilung Körper und Gehirn gleichermaßen Ruhe geben muss.
„Ich bin ganz bewusst nicht nur zu einem Fastenaufenthalt hierhergekommen, sondern eigentlich auch zu einem Rückzug für das Gehirn. […] Ich glaube, es ist im Leben entscheidend, dass wir lernen, mit der Stille in uns selbst zu leben. Sehr oft suchen wir, sobald wir zur Ruhe kommen, bereits nach der nächsten Ablenkung, dem nächsten Dopaminkick, dem nächsten schnellen Reiz. Und ich glaube, genau deshalb sind wir heute so unglücklich.“
Die drei Säulen des modernen Stresses
Während seines Aufenthalts beobachtete Benjamin, dass nachhaltige Balance nur möglich ist, wenn Stress auf drei unterschiedlichen Ebenen angegangen wird. Wird eine davon vernachlässigt, lassen sich auch die anderen nur schwer vollständig auflösen:
- Kognitive Belastung: Die mentale Beanspruchung durch Bildschirme, Arbeitsdruck, ständige Erreichbarkeit und alltägliche Verpflichtungen.
- Biologischer Stress: Die körperliche Belastung durch übermäßiges Essen, Zucker, Alkohol und eine unausgewogene Ernährung.
- Emotionaler Stress und Trauma: Tief verankerte psychische Belastungen und Erfahrungen, die wir mit uns tragen.
Seine Schlussfolgerung:
„Solange man sich nicht um den biologischen und den mentalen Stress kümmert, wird man auch den emotionalen und spirituellen Stress nicht lösen können.“
Die Umgebung ist stärker als die Willenskraft
Eine der Erkenntnisse aus Benjamins Aufenthalt beruht auf einem grundlegenden Prinzip der menschlichen Psychologie: Sich allein auf Disziplin zu verlassen, ist langfristig wenig erfolgversprechend. Statt gesunde Gewohnheiten ausschließlich mit Willenskraft durchsetzen zu wollen, empfiehlt er, die eigene Umgebung so zu gestalten, dass sie die gewünschten Verhaltensweisen unterstützt.
„Disziplin ist für Menschen eine sehr schlechte Idee. Wenn man sich all die Studien zur Willenskraft ansieht, stellt man fest, dass wir erstaunlich schlecht darin sind, diszipliniert zu bleiben. Ich glaube nicht, dass ich ein besonders disziplinierter Buddha bin. Wissen Sie, was ich stattdessen tue? Ich kontrolliere meine Umgebung. Ich möchte keinen Zucker essen? Dann kaufe ich keinen Zucker. […] Genauso ist es hier bei Buchinger. Ich möchte auf Kaffee und anderes verzichten. Gut, hier gibt es keinen Alkohol und keinen Zucker. Problem gelöst.“
Zwei Wochen in einer solchen Umgebung schaffen einen geschützten Raum, in dem Körper und Gehirn auf natürliche Weise zu gesunden Routinen zurückfinden können – Routinen, nach denen wir uns häufig sehnen, die im hektischen Alltag jedoch schwer aufrechtzuerhalten sind. Die Umgebung übernimmt dabei die Arbeit, die Willenskraft allein nicht leisten kann.
Sinn als wichtigste Energiequelle
Während das Fasten den Körper reinigt und der digitale Rückzug den Geist klärt, sind beides für Benjamin nur die grundlegenden Schritte. Wenn der äußere Lärm und körperliche Belastungen in den Hintergrund treten, stellt sich die zentrale menschliche Frage: Was ist mein Sinn im Leben?
„Energie entsteht aus Sinn. Wenn man morgens aufwacht und nicht weiß, warum man aufgewacht ist, hat man ein sehr großes Problem. Und dieses Problem ist nicht die Gesundheit. Das Problem ist der eigene Sinn.“
Benjamin verweist in diesem Zusammenhang auf einen bekannten Satz: „Wenn man gesund ist, hat man hundert Probleme. Ist man krank, hat man nur noch eines.“
Fasten und bewusste Selbstfürsorge bringen den Körper wieder unter Kontrolle, sodass die Kraft da ist, das eigentliche Ziel im Leben zu verfolgen. Fehlt ein solches Ziel, wird diese Energie unruhig – und führt uns zurück zu gedankenlosen Ablenkungen, etwa endlosem Scrollen auf Instagram oder ständigem Snacken.
Eine Botschaft an Führungskräfte und CEOs
Für Leistungsträger und Führungskräfte, die sich für „zu beschäftigt“ halten, um wirklich abzuschalten, hat Benjamin eine klare Botschaft:
„Wenn Ihr Unternehmen auseinanderfällt, sobald Sie als CEO zehn Tage nicht da sind, haben Sie kein gutes Unternehmen aufgebaut. […] Das Problem liegt im System, das Sie geschaffen haben – nicht darin, dass Sie nicht abschalten können.“
Sich bewusst zurückzuziehen, die kognitive Belastung zu reduzieren und dem eigenen Körper Zeit zur Regeneration zu geben, ist eine Verantwortung.
Wer sich drei Wochen Zeit nimmt, um neue Energie zu gewinnen, kehrt mit einem klareren Kopf zurück – und ist auch als Führungskraft, als Partner und als Elternteil präsenter.
Benjamins Leitlinien für die moderne Welt
- Zuerst den Körper in Ordnung bringen: Wer ständig unter körperlichen Beschwerden oder biologischem Stress leidet, kann seine Lebensziele nur schwer verfolgen.
- Das Gehirn schützen: Unnötige digitale Reize bewusst reduzieren. Technologie kann ein wirkungsvoller Beschleuniger für Unternehmen und Forschung sein – sie sollte jedoch nicht den privaten Raum der Erholung dominieren.
- Die eigene Routine finden: Es gibt keine universelle Methode, die für jeden Menschen funktioniert. Ob intensives Training, Yoga, Tiefengewebsmassage oder Lesen: Entscheidend ist herauszufinden, was Körper und Geist tatsächlich zur Ruhe bringt.
- Ein klares Ziel definieren: Neu gewonnene Energie braucht eine Richtung. Ein persönliches, sinnstiftendes Ziel hilft dabei, diese Energie bewusst einzusetzen, anstatt sie in kurzfristigen Dopaminreizen zu verlieren.
Website: www.benjaminbargetzi.com
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/benjamin-b-bargetzi
Book-English: https://www.amazon.de/End-Emptiness-neuroscience-Life-Changing-Applicable/dp/3430212138
Book-German: https://www.orellfuessli.ch/shop/home/artikeldetails/A1073323301






