WAS FASTEN IM LEBEN VERÄNDERN KANN
Ein persönlicher Erfahrungsbericht aus der Buchinger Wilhelmi Klinik
Stefan Rawe steht vor einem neuen Abschnitt. Nach vielen Jahren als Schulleiter nimmt er sich mit 58 Jahren die Zeit, um innezuhalten und sich neu zu orientieren. Was genau als Nächstes kommt, ist noch offen und genau das sieht er als Chance. Der Aufenthalt bei Buchinger Wilhelmi war für ihn eine bewusste Auszeit, um durchzuatmen, den Kopf freizubekommen und sich gleichzeitig gesundheitlich neu zu sortieren.
„Meine Blutdruckwerte waren katastrophal“, erzählt Stefan offen. Werte von über 200 mmHg beim systolischen Blutdruck waren für ihn keine Seltenheit mehr. Bei vielen Erwachsenen gilt ein Wert um 120 mmHg als normal. Die Entscheidung, zu Buchinger Wilhelmi zu kommen, war getragen von dem Wunsch, wieder mehr Kontrolle über die eigene Gesundheit zu gewinnen und gleichzeitig Raum für einen inneren Neustart zu schaffen.
Das Thema Fasten begleitete Stefan schon seit vielen Jahren. Er hatte darüber gelesen, davon gehört und immer wieder darüber nachgedacht. Ein Fasten zu Hause ohne professionelle Begleitung wollte er jedoch nicht angehen, dafür fehlte ihm die nötige Sicherheit. Ausschlaggebend waren schließlich die medizinische Betreuung, die klare Struktur und das ganzheitliche Konzept der Klinik Buchinger Wilhelmi.
Zwischen Zweifel und Vertrauen
Seine größte Befürchtung vor dem Fasten war nicht körperlicher Natur. „Ich esse gern. Und gut“, sagt Stefan mit einem Lächeln. Die Vorstellung, 16 Tage auf etwas zu verzichten, das ihm Freude bereitet, ließ ihn zweifeln, ob der Geist mitspielen würde.
Umso größer war die Überraschung. Bereits nach wenigen Tagen verschwand das Hungergefühl. Am 16. Fastentag hatte er das Gefühl, problemlos weitermachen zu können. Die erhoffte Gewichtsabnahme stellte sich ein. Doch viel wichtiger waren für ihn die inneren Effekte: Ruhe, Klarheit und messbare gesundheitliche Verbesserungen. Sein Blutdruck stabilisierte sich auf deutlich niedrigere Werte, nachhaltig und ohne zusätzliche Medikamente.
Bewegung, Wissen und Zeit für den Körper
Stefan nutzte seinen Aufenthalt bewusst. Tägliches Schwimmen, geführte Wanderungen, Massagen und osteopathische Behandlungen halfen ihm letztendlich dabei ein altes Nackenproblem zu lösen. Die Lehrküchen besuchte er erst gegen Ende seines Aufenthalts. Zu Beginn hatte er die Sorge, dass ihn die Düfte und der Anblick frischer Lebensmittel zu sehr verführen könnten. Doch gerade diese Workshops wurden für ihn zu einer prägenden und lehrreichen Erfahrung: „Zu verstehen, warum Öl erst zum Schluss hinzugegeben wird oder wie Zutaten sinnvoll kombiniert werden, das war unglaublich lehrreich.“ Erkenntnisse, die er mit nach Hause nimmt.

Alleinsein oder Langeweile? Diese Sorge hörte Stefan des Öfteren von anderen Gästen. Für ihn war klar: Gemeinschaft entsteht, wenn man offen ist. Gespräche beim Suppentrinken, gemeinsame Wanderungen, Begegnungen mit Gästen aus aller Welt. „Spätestens nach anderthalb Tagen hat man Kontakt – wenn man ihn möchte.“ Besonders bereichernd empfand er die internationale Atmosphäre und den kulturellen Austausch. Auch das begleitende Kulturprogramm, wie zum Beispiel Lesungen, Konzerte und Vorträge, empfand er als stimmige Ergänzung. „So fühlt sich der Tag auch nicht lange an, wenn man diese Angebote nutzt.“
Vertrauen durch Wissenschaft
Ein zentraler Punkt für Stefan ist die wissenschaftliche Arbeit. Als studierter Akademiker war es für ihn selbstverständlich, an einer Studie teilzunehmen. „Wissenschaftliche Erkenntnisse sind für mich handlungsleitend.“ Die Forschung rund um das Fasten empfindet er als entscheidend, um diese Methode klar von esoterischen Strömungen abzugrenzen und ihre Wirkung nachvollziehbar zu machen.
„Dass hier Ärzte, Ernährungswissenschaftler und Forschende gemeinsam arbeiten, gibt Vertrauen.“ Für ihn ein wesentlicher Unterschied und ein starkes Signal.

Neue Gewohnheiten, neue Haltung
Nach dem Aufenthalt möchte Stefan das Erlebte in einen bewussteren Alltag übertragen. Weniger verarbeitete Fleischprodukte, mehr pflanzliche Alternativen, noch mehr Orientierung an der frischen, regionalen Küche, die seine Frau ohnehin lebt.
Wie es beruflich weitergeht, ist für Stefan noch nicht entschieden. Umso mehr wird ihm jedoch bewusst, dass sich seine Haltung verändert hat. „Mir ist klarer geworden, dass jeder Weg gut sein kann.“ Mit dieser Gelassenheit, etwas mehr Orientierung und frischen Ideen, auch für seine Ernährung zu Hause, möchte er in den nächsten Abschnitt starten.
Auf die Frage, wie er seine Erfahrung in wenigen Worten beschreiben würde, antwortet Stefan schlicht: „Eine tolle Erfahrung.“ Und sein Rat an Unentschlossene? „Einfach ausprobieren. Mit einem kürzeren Aufenthalt anfangen, reinschnuppern, erleben, was passiert.“ Manchmal beginnt Veränderung genau dort: Mit dem ersten Schritt und der Bereitschaft, sich einzulassen.
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