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Zen – eine kurze Einführung

Zen ist eine entscheidende Hilfe in der Schule der Präsenz. Es ist auch eine Schule, in der wir lernen, innerlich Distanz zu nehmen und Humor zu haben. Zen ist nämlich nichts Exotisches, sondern eine schlichte Übung im Stille-Sitzen. Zen macht es uns möglich, alles Konkrete, Alltägliche, das Mess- und Greifbare, also auch die Uhr und die von ihr gemessene Zeit, ernst zu nehmen und zugleich an jenem „Ort“ verwurzelt zu sein, wo es kein Kommen und Gehen, kein Vorher und Nachher gibt und vollkommene Freiheit und damit auch Zeitfreiheit herrscht.

Indem während des Übens die Flut der Gedanken zur Ruhe kommt, wird das Erleben von Stille und Leere, möglich.

„Wenn unser Geist die Ruhe findet, verschwindet er von selbst.“
– Meister Sengcan

Wenn Sie zuhause die Zen Mediation ausprobieren möchten, haben wir hier einige Informationen für Sie zusammengestellt:

1. Die Sitzposition:

Beim Sitzen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sie können etwas erhöht im Schneidersitz auf einem Kissen oder Schemel Platz nehmen, oder Sie setzen sich direkt auf den Boden oder eine Matte. Wenn Sie sich für die zweite Variante entschieden haben, dann können Sie die Beine wie beim Lotussitz im Yoga ineinander schlagen oder Sie entscheiden sich für eine einfachere Sitzweisen wie den halbe Lotossitz (Schneidersitz), oder den Fersensitz. Der Rücken ist gerade, aber vollkommen entspannt, das Becken ist leicht nach vorne gekippt.

2. Die Körperhaltung:

Legen Sie die linke offene Hand in die rechte, die Daumenspitzen berühren sich. Die Handkanten liegen (auf der Seite der kleinen Finger) am Unterleib. Lassen Sie den Kopf locker auf der gestreckten Wirbelsäule ruhen.
Die Augen richten Sie vor sich auf den Boden. Sie bleiben also geöffnet. Der Mund ist geschlossen, aber nicht verbissen.

3. Der Atem:

Achten Sie auf den Atem, spüren Sie, wie er ein- und ausströmt, ganz natürlich und ruhig, wie von selbst. Bei jedem Ausatmen lassen Sie alle Vorstellungen, Gedanken und Bilder los. Sollten Sie anfangen zu träumen oder die Gedanken abzuschweifen, können Sie jederzeit zur Übung zurückkehren. Der Atem ist da, er verlässt Sie nicht. Lassen Sie sich Zeit.

Wozu Zen praktizieren?

Es gibt verschiedene Motive, Zen zu praktizieren. Im Wesentlichen werden folgende Gründe unterschieden, wobei die Grenzen fliessend sind.

  • Zen zum Abbau von Stress: Das aufrechte und ruhige Sitzen sowie das sorgfältige Achten auf den Atem führt mit der Zeit zu einer tiefen Entspannung und stärkt die Nerven. Außerdem kann das Praktizieren von Zen helfen, die schöpferischen Fähigkeiten zu erhalten und zu fördern.
  • Zen als Sinnsuche: Viele Menschen ahnen, dass es zwischen Himmel und Erde noch etwas anderes gibt als das, was der Verstand zu fassen vermag. Es ist die „Sehnsucht nach einer Sehnsucht“, die Suche nach dem Sinn des Lebens, die diese Menschen zum Ausharren motiviert.
  • Zen als Weg der Erleuchtung: Schliesslich gibt es Menschen, die entschlossen sind, alles was in ihren Kräften liegt, zu tun, um die Erleuchtungserfahrung zu machen: die Erfahrung des ursprünglichen wahren Wesens und damit die Erfahrung des Einsseins mit allen und allem.

 

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