CHRISTLICHE FASTENZEIT UND RAMADAN IN 2026
Dieses Jahr haben Christen und Muslime simultan gefastet
Im Jahr 2026 fallen zwei bedeutende Zeiten der Besinnung bemerkenswert nah zusammen. Sowohl die christliche Fastenzeit als auch der islamische Ramadan laden dazu ein, innezuhalten, Gewohnheiten zu hinterfragen und den Blick neu auszurichten.
Die christliche Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und erstreckt sich über vierzig Tage bis zum Karsamstag, am 4. März 2026. Sie erinnert an die Zeit, die Jesus fastend in der Wüste verbrachte, und mündet schließlich in das Osterfest. Parallel dazu steht der Ramadan, der an den Monat erinnert, in dem erstmals der Koran offenbart wurde. Auch er findet seinen Abschluss in einem Fest – dem ʿId al-Fitr (20. März 2026), das den Übergang von Entbehrung zu Dankbarkeit markiert.
Im Ramadan folgt der Alltag einem klaren Rhythmus: Zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang wird vollständig auf Essen und Trinken verzichtet. Erst nach Einbruch der Dunkelheit wird das Fasten gebrochen. Dabei soll seit jeher das Prinzip der Ausgewogenheit gelten: Statt schwerer oder stark gewürzter Speisen empfiehlt sich eine nährende, bekömmliche Kost – etwa Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchte, Milchprodukte oder Fleisch nach halal Vorschriften – begleitet von ausreichend Flüssigkeit.
Das abendliche Fastenbrechen, das Iftar, beginnt traditionell schlicht mit Datteln und Wasser. Darauf folgen häufig Suppen wie die traditionelle Schorba sowie weitere Gerichte. Gelegentlich wird die Mahlzeit durch süßes Gebäck wie Baklava ergänzt. Vor der Morgendämmerung wird mit dem Suhoor eine stärkende Mahlzeit eingenommen – oft bestehend aus Brot, Joghurt, Oliven, Eiern oder Hummus.
Die konkrete Ausgestaltung variiert je nach Region. Das Muster entspricht für einen ganzen Monat lang, täglichen intermittierenden Fastenperioden, wobei der zirkadiane Rhythmus von Tagesessen und nächtlichem Fasten umgekehrt wird.
Auch im Christentum ist die Fastenzeit von Regeln und Traditionen geprägt, wenngleich diese heute vielerorts weniger streng gehandhabt werden. Klassische Elemente sind der Verzicht auf Fleisch an Freitagen und das strenge Fasten am Karfreitag. Darüber hinaus entscheiden sich viele Gläubige individuell, worauf sie verzichten möchten – zum Beispiel auf Süßigkeiten, Medienkonsum, Streit oder Alkohol. Besonders konsequent wird die Fastenpraxis noch in der orthodoxen Kirche gelebt, wo Gläubige über weite Strecken auf tierische Produkte und sogar auf Olivenöl verzichten und sich schlicht, oft vegan, ernähren.
Trotz aller Unterschiede liegt beiden Traditionen ein gemeinsamer Kern zugrunde: Fasten erschöpft sich nicht im Verzicht auf Nahrung. Es ist vielmehr eine Übung in Maß und Achtsamkeit – ein bewusster Verzicht, der Raum schafft: für Gebet, für Mitgefühl, für gelebte Nächstenliebe. Gerade im bewussten “Weniger” kann sich der Blick schärfen für das, was tiefe Bedeutung hat – für sich selbst und für die Mitmenschen.
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