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Warum ist Fasten gesund?

UNSERE ERKENNTNISSE

Warum ist Fasten so gesund?

Wissenschaftliche Studien zeigen eindeutig, dass Fasten die wirksamste therapeutische Strategie für Langlebigkeit ist. Mit anderen Worten: Fasten hilft uns dabei, ein langes, gesundes und erfülltes Leben zu führen und das körperliche und geistige Wohlbefinden zu steigern. Aber wie funktioniert Fasten, und warum ist es so gesund? In diesem Beitrag geht es um einige der positiven Veränderungen, die sich während des Fastens im Körper ereignen.

Fasten nach Dr. Otto Buchinger: Unsere Erkenntnisse

Unter Fasten verstehen wir die Methode des Heilfastens, die Dr. Otto Buchinger, der Gründer unserer Fastenklinik in Überlingen am Bodensee, entwickelt hat. Seine medizinischen Erkenntnisse bilden die Grundlage für das ganzheitliche Konzept, mit dem wir noch heute arbeiten und das wir stetig weiterentwickeln. Dr. Otto Buchinger entwickelte sein Fastenprogramm auf der Grundlage eigener Erfahrungen:

Als er an rheumatischem Fieber erkrankte, rettete Fasten ihm das Leben. Seine ersten, nicht erfolgreichen Erfahrungen mit der Wasserfasten-Methode inspirierten ihn dazu, sein Leben der Entwicklung eines Programms zu widmen, das besser verkraftet wird und dennoch die volle Wirkung des Fastens entfaltet. Als tief religiöser Mensch betonte Dr. Buchinger neben dem medizinischen Nutzen auch die spirituellen und gemeinschaftsorientierten Aspekte als integrale Dimensionen des Fastens. Er war der Meinung, dass das Heilfasten von anderen Therapien begleitet werden sollte. Die nachfolgenden Generationen der Familie Buchinger Wilhelmi entwickelten die Methode weiter, indem sie ergänzende Elemente wie Bewegungstherapie, Hydrotherapie und Massage einführten.

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„Als ich am 19. Tag das Fasten beenden mußte, war ich schwach, mager, aber ‒ ich konnte alle Gelenke bewegen wie ein gesunder Rekrut. Diese Kur bei dem Freiburger Fastenarzt Dr. Riedlin rettete mir wahrhaftig Existenz und Leben.“ 

Dr. Otto Buchinger

Warum Fasten für den Menschen etwas Natürliches ist

Fasten ist ein einzigartiges Stoffwechselprogramm, das der menschliche Organismus entwickelt hat, um mit zwei natürlichen Rhythmen zurechtzukommen: dem Wechsel von Tag und Nacht, der normalerweise mit intermittierendem Fasten einhergeht, und dem Wechsel der Jahreszeiten, der oft mit Langzeitfasten verbunden war.

Über mehrere Stunden ohne Nahrungszufuhr auszukommen ist nicht nur natürlich, sondern auch notwendig für den menschlichen Körper. Wenn wir schlafen, fasten wir automatisch – ein gesunder und wichtiger Prozess. Schlaf und intermittierendes Fasten haben, was ihre Auswirkungen auf den Körper und ihre Übereinstimmung mit den natürlichen zirkadianen Rhythmen betrifft, einiges gemeinsam. Normalerweise schlafen wir nachts, wenn die Dunkelheit die Ausschüttung schlaffördernder Hormone anregt. Im Allgemeinen fasten wir auch während der Nacht, oft bis in den Morgen hinein. Diese Synchronisierung mit dem zirkadianen Rhythmus trägt dazu bei, die Wirksamkeit der oben genannten Prozesse zu verbessern. Es ist daher vielleicht kein Zufall, dass sowohl das Fasten als auch der Schlaf Wiederherstellungs- und Reparaturprozesse im Organismus fördern und so die Erholung und Verjüngung der Körpersysteme unterstützen. Diese natürlichen Zyklen dienen als Inspiration für verschiedene Fastenkuren, bei denen die Kalorienzufuhr, einer oder mehrere Makronährstoffe oder das Zeitfenster, in dem Nahrung aufgenommen wird, reduziert werden. Zu den bekanntesten Methoden des intermittierenden Fastens gehören die 16/8-Methode (16 Stunden fasten und innerhalb eines Acht-Stunden-Fensters essen) und die 5:2-Methode (fünf Tage lang normal und zwei Tage lang mit eingeschränkter Kalorienzufuhr essen).

Aber nicht nur der zirkadiane Rhythmus bestimmt, wann wir fasten sollten: In der Vergangenheit spielten auch die Jahreszeiten eine bedeutende Rolle. Als man Lebensmittel noch nicht einfach im Supermarkt kaufen oder für den Winter konservieren konnte, mussten Menschen während der kalten Monate oder in Trockenperioden für längere Zeit auf Nahrung verzichten können.

Die meisten Wildtiere und die frühen Menschen fasteten im Rhythmus der Jahreszeiten. Eines der besten Beispiele aus dem Tierreich für dieses Verhalten ist der Kaiserpinguin. Während Kaiserpinguine ihre Eier in der Antarktis mit ihrem Körper vor der Kälte schützen, nehmen sie monatelang keine Nahrung zu sich. Diese faszinierende Spezies wurde von Dr. Yvon Le Maho, Dr. Jean-Patrice Robin und Dr. René Grocolas von der Universität Straßburg eingehend untersucht. Sie verbrachten hierfür über ein Jahr lang in einer abgelegenen Station im antarktischen Adélieland. Unser wissenschaftliches Team arbeitet regelmäßig mit ihnen zusammen, um die Physiologie des Fastens beim Menschen besser zu verstehen. Wir können Ihnen versichern, dass ein Abendessen mit einem dieser Wissenschaftler genauso aufregend ist wie ein mitreißender Abenteuerfilm.

Buchinger Wilhelmi bietet therapeutische Programme an, die diese natürliche Fähigkeit des Fastens nutzen. Besonderen Wert legen wir auf einen sanften Ein- bzw. Ausstieg zu Beginn und zum Ende der Fastenphase. Denn was Sie unmittelbar nach dem Fasten essen, entscheidet mit darüber, wie lange dessen positiven Effekte anhalten.

Chronischer Mangel an Fastenphasen

Fasten ist nicht nur gesund, sondern für unsere Gesundheit geradezu unerlässlich. Viele chronische Zivilisationskrankheiten wie Fettleber und Typ-2-Diabetes werden durch das Fehlen von Fastenzeiten verursacht. Wir bezeichnen das als „chronischen Mangel an Fastenphasen“. Diese Krankheiten entstehen, weil wir zu viel, zu ungesund und/oder zu den falschen Zeiten essen, was zu einem Energieüberschuss führt. Der stärkste Beweis für diese These ist die Tatsache, dass Fasten oft die wirksamste Behandlung dieser Erkrankungen darstellt. Der Typ-2-Diabetes zum Beispiel, der oft als unheilbar gilt, kann durch Fasten tatsächlich rückgängig gemacht werden, während die meisten Medikamente nur die Symptome lindern.

Welche Fastendauer ist gesund?

Wie gesund das Fasten ist, hängt auch davon ab, wie lange und wie oft man fastet. Richtiges Fasten kann für Körper und Geist sehr heilsam sein. Nicht korrekt durchgeführt, kann Fasten aber auch negative Auswirkungen haben. Deshalb empfehlen wir immer, vor dem Fasten einen Arzt oder eine Ärztin zu konsultieren.

Die Frage, wie lange man fasten sollte, ist abhängig von individuellen Voraussetzungen, unter anderem von

  • Alter
  • Gesundheitszustand
  • Körpergewicht

Wir empfehlen daher, vor dem Fasten fachlichen Rat einzuholen, der die jeweils individuelle Situation berücksichtigt. In den Buchinger Wilhelmi Kliniken wird ein erfahrener Arzt bzw. eine erfahrene Ärztin mit Ihnen besprechen, welche Fastendauer für Sie gesund ist.

Beispiel eines typischen 10-Tage-Fastenaufenthaltes in einer unserer Kliniken:

Folgende Empfehlungen können als grobe Richtlinie dienen

  • Verzichten Sie nachts für eine bestimmte Zeit auf Nahrung. Das 16/8-Intervallfasten passt gut zu den natürlichen Rhythmen des Körpers. Dieser Zeitplan ist jedoch nicht in Stein gemeißelt: Auch wenn Sie im 15/9- oder 17/9-Rhythmus fasten oder Ihre Fastenroutine an Ihr individuelles Sozialleben anpassen, profitieren Sie von den Vorteilen des intermittierenden Fastens.
  • Fasten Sie mindestens einmal im Jahr für einen längeren Zeitraum (mindestens sieben Tage lang – individuell mit einem Arzt, einer Ärztin abgesprochen und idealerweise in einer darauf spezialisierten Einrichtung unter ärztlicher Aufsicht). Wenn Ihnen kein Klinikaufenthalt möglich ist, können Sie unsere FASTENBOX nutzen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zum gesundheitlichen Nutzen des Fastens

Fasten wird mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Dazu gehört die körperliche Regeneration aufgrund verschiedener physiologischer Mechanismen, die durch den Nahrungsverzicht ausgelöst werden. Zu nennen sind hier unter anderem:

Aktivierung der Autophagie

Fasten stimuliert die Autophagie, einen Prozess auf Zellebene, bei dem beschädigte Proteine und Organellen beseitigt werden. Dies fördert die Reinigung und Regeneration der Körperzellen.

Verringerung von Entzündungswerten

Fasten reduziert nachweislich Entzündungen im Körper. Chronische Entzündungen sind mit verschiedenen Krankheiten assoziiert; klingen sie ab, fördert dies die Reparatur und Regeneration des Gewebes.

Verbesserung der metabolischen Gesundheit

Fasten verbessert die Insulinempfindlichkeit und fördert die Flexibilität des Stoffwechsels. Das erlaubt dem Körper, effizienter zwischen der Verbrennung von Glukose und der Verbrennung von Fett zur Energiegewinnung wechseln. Das Ergebnis: ein gesünderer Stoffwechsel und ein geringeres Risiko für Stoffwechselerkrankungen.

Hormonregulation

Während des Fastens verlangsamt sich die Ausschüttung des insulinähnlichen Wachstumsfaktors IGF 1. Ein niedrigerer IGF-1-Spiegel wird mit einer höheren Lebenserwartung in Verbindung gebracht, während ein erhöhter IGF-1-Spiegel mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten assoziiert wird. Indem wir den IGF-1-Spiegel durch Fasten senken, schaffen wir im Körper ein Umfeld, das für Krebszellen nicht förderlich ist. Fasten ist daher eine wirksame Präventionsmaßnahme.

Zelluläre Reparaturprozesse

Fasten setzt verschiedene zelluläre Reparaturprozesse in Gang. Es verbessert die Reparaturmechanismen der DNA und trägt so dazu bei, Mutationen zu verhindern und die Stabilität des Genoms zu erhalten.

Bildung von Ketonkörpern

Während des Fastens werden Ketonkörper wie Beta-Hydroxybutyrat produziert, die die Zellregeneration fördern, die Widerstandsfähigkeit der Zellen gegenüber Stress stärken und Reparatur- und Regenerationsprozesse in den Organen unterstützen.

Verjüngung des Immunsystems

Längeres Fasten führt zu einer verbesserten Stressresistenz und regeneriert die blutbildenden Stammzellen.

Verringerung von oxidativem Stress

Fasten erhöht den Antioxidantienspiegel und reduziert oxidativen Stress. Daraus resultiert eine Anti-Aging-Wirkung.

Fasten ist für die Primär- und Sekundärprävention bei verschiedenen Krankheiten nachweislich nutzbringend. Wie unsere zahlreichen wissenschaftlichen Studien zeigen, wirkt Fasten sich positiv auf viele Stoffwechselprozesse wie zum Beispiel die Zellalterung aus. Darüber hinaus aktiviert es die zellulären Selbstreinigungsmechanismen.

Wenn Sie mehr über die wissenschaftlichen Hintergründe des Fastens wissen möchten, werfen Sie einen Blick in die weltweit größte wissenschaftliche Studie über die Auswirkungen des Buchinger-Heilfastens.

Krankheiten: Wer am meisten vom Fasten profitieren kann

Heilfasten ist bei vielen Krankheitsbildern bzw. Indikationen geeignet. Eine Liste der Erkrankungen, die auf Fasten ansprechen, finden Sie hier. Für Betroffene ist es besonders wichtig, vor dem Fasten einen fastenerfahrenen Arzt oder eine fastenerfahrene Ärztin zu konsultieren. Bei Buchinger Wilhelmi werden Sie gründlich untersucht und erhalten eine Empfehlung, wie lange und wie oft Sie fasten und welche Nahrungsergänzungsmittel Sie ggf. einnehmen sollten. Hier eine allgemeine Empfehlung zu geben ist schwierig, da Menschen unterschiedlich sind und entsprechend unterschiedliche Bedürfnisse haben, insbesondere wenn sie krank sind. Unserer Erfahrung nach sollten beispielsweise PatientInnen mit einem metabolischen Syndrom (gemeinsames Auftreten von Fettleibigkeit, Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes oder Insulinresistenz) über einen längeren Zeitraum von 15 bis 21 Tagen fasten und ihre Ernährung anschließend auf eine kohlenhydratarme Kost umstellen.

Fasten kann bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Fibromyalgie und aktiver Arthrose sowie bei chronischen Schmerzerkrankungen wie Migräne, dem Reizdarm- und dem Fibromyalgiesyndrom hilfreich sein. Aufgrund seines positiven Einflusses auf den Gemütszustand kann Fasten sogar bei Erschöpfung, chronischem Stress und Schlafstörungen helfen.

In manchen Fällen wird von einer Fastenkur allerdings ausdrücklich abgeraten: Menschen mit Untergewicht, einer akuten Krebserkrankung oder einer Essstörung sollten nicht fasten. Das Gleiche gilt für Kinder, Schwangere und PatientInnen, die an Gicht oder Gallensteinen leiden.

Auch wenn das Fasten während der Akutphase einer Krebserkrankung nicht empfohlen wird, konnten wir miterleben, wie wirksam das Langzeitfasten im Hinblick auf die Krebsprävention und die Erholung von einer Chemotherapie ist.

Schlussfolgerung: Fasten kann so gesund sein!

Wie gesund Fasten ist, hängt von den individuellen Voraussetzungen und von der Art des Fastens ab. Korrekt durchgeführt, ist Fasten nicht nur für den Körper, sondern auch für das seelische Wohlbefinden von Vorteil, vor allem, wenn man sich für einen Aufenthalt in einer professionell geführten Fastenklinik entscheidet und sich voll und ganz auf die Fastenerfahrung einlässt. Während ihres Aufenthalts in einer unseren Kliniken bewegen sich viele unserer PatientInnen etwa viermal so viel wie im Alltag – ob beim Wandern, Spazierengehen, Schwimmen, Radfahren oder zahlreichen anderen Aktivitäten, die wir begleitend anbieten.

Man sollte das Fasten nicht als einmalige Erfahrung betrachten, sondern als Praxis, die dem Bedürfnis des Körpers, in regelmäßigen Abständen in den Fastenstoffwechsel umzuschalten, Rechnung trägt. Wir können es nicht oft genug wiederholen: Fasten ist etwas Natürliches und unerlässlich für ein langes, gesundes Leben.

Außerdem sollten Sie täglich intermittierend fasten. Wenn Sie das Fasten zu Hause ausprobieren möchten, haben Sie die Wahl zwischen unterschiedlichen Programmen, die mehrmals im Jahr wiederholt werden können, wie zum Beispiel unser FASTENBOX-Programm. Dabei handelt es sich um eine hypokalorische ketogene Diät mit intermittierendem Fasten, die eine ähnliche Wirkung hat wie das Kurzzeitfasten. Da das Programm nur fünf Tage dauert, bietet es eine gute Möglichkeit für all jene, die das Fasten zunächst niederschwellig testen möchten, bevor sie sich für eine längere Fastenkur entscheiden.

Kurz und bündig:

  • Langzeitfasten hat sich bei der Behandlung von Stoffwechsel- und Entzündungserkrankungen als sehr erfolgreich erwiesen.
  • Fasten über Nacht und im Rhythmus der Jahreszeiten ist etwas Natürliches und für ein langes, gesundes Leben unerlässlich.
  • Brechen Sie das Fasten mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, und nutzen Sie die Chance, Ihre Ernährung zukünftig gesünder zu gestalten.

Lassen Sie sich von einem Arzt oder einer Ärztin mit Fastenexpertise beraten (Sie können sich auch direkt an uns wenden), und probieren Sie das Fasten einfach einmal aus, denn es ist wirklich wohltuend und in vielerlei Hinsicht gut für Ihre Gesundheit.

Video: Wie gesund ist Fasten nach Ansicht der Wissenschaft?

In diesem Video erklärt Dr. Françoise Wilhelmi de Toledo das Zusammenspiel von Fasten und Gesundheit. Genau wie Schlafen und Essen ist Fasten ein natürlicher Prozess, für den unser Körper gemacht ist. Es geht nicht nur um den Verzicht auf Nahrung, sondern um die Optimierung der Gesundheit. Sehen Sie sich das Video an, um mehr zu erfahren.

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